Gemeinde Muehlhausen im Kraichgau

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Öffentliche Bekanntmachungen

Aktion "Saubere Gemeinde"

 

Frühjahrsputz auf der Gemarkung mit Schippe, Zange, Spieß und Müllsack

Aktion „Saubere Gemeinde“ in Mühlhausen, Rettigheim und Tairnbach

Mühlhausen – rka – Mühlhausen, Rettigheim und Tairnbach haben sich am vergangenen Wochenende fein herausgeputzt. Die Frühjahrsputzaktion, früher von einzelnen Vereinen organisiert, wurde in diesem Jahr zum achten Mal als gemeinsame Aktion von Gemeinde, Vereinen, Gruppen und Einzelpersonen gestartet. Begünstigt wurde die Arbeit, weil sich der Dauerregen der letzten Tage teilweise verzogen hatte. „Die Aktion war ein voller Erfolg“, so Bürgermeister Jens Spanberger in einer ersten Einschätzung. „Die Resonanz zeigt das Engagement für eine saubere Umwelt, für Sauberkeit und Ordnung in der Gemarkung und in unseren Dörfern.“ Allerdings fand die Aktion in diesem Jahr in abgespeckter Form ohne die drei Feuerwehrabteilungen und ihre Jugend statt, die vom Kreisbrandmeister angewiesen worden waren, aus „Virus-Gründen“ sich vor Ausfällen zu schützen. Die Feuerwehren wollen die Aktion zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.


Rund 50 Sammlerinnen und Sammler beteiligten sich dann am Samstag am dreistündigen Frühjahrsputz in der Gesamtgemeinde. Sie wurden am Bauhof von Bürgermeister Jens Spanberger herzlich begrüßt, der sich bei allen Organisationen und Gruppen herzlich für die große Unterstützung bedankte. Erfreulich viele Bürgerinnen und Bürger, Familien mit Kindern, beteiligten sich am Großreinemachen. „Sie machen unser Mühlhausen, Rettigheim und Tairnbach sauberer und damit auch lebenswerter“, so dankte Spanberger den Teilnehmern. „Denn je sauberer ein Dorf ist, desto wohler fühlen sich die Menschen, die hier wohnen, arbeiten oder zu Besuch sind“. Er lobte vor allem die Tatsache, dass in Sachen Umweltschutz alle an einem Strang ziehen, um die Schönheit der Kraichgaulandschaft zu erhalten. Anschließend machte sich Spanberger auf den Weg, um einzelne Gruppen vor Ort zu besuchen. An der Aktion beteiligten sich auch Bürgermeisterstellvertreter Ewald Engelbert aus Rettigheim und Ortsvorsteher Rüdiger Egenlauf aus Tairnbach.


Die Mitglieder des Angelsportvereins fischten an Seen und Gewässern ausnahmsweise keine Fische, sondern hässlichen Unrat und waren vor allem am Radweg und Angelbach unterwegs. Überrascht war man schon über die vielen Bierflaschen im Bachlauf. Doch allgemein vertrat man die Ansicht, dass durch die Säuberungen der letzten Jahre weniger Müll angefallen war. Allerdings seien es die hauptsächlich von Fußgängern und Radlern benutzten autofreien Strecken mit „viel Publikumsverkehr“, an denen so manches achtlos weggeworfen wird. Weniger Müll dagegen fand man am renaturierten Angelbach in der Dorfmitte. Die Vogelschützer waren in Gruppen in den Naturschutzgebieten, beispielsweise auf dem Heiligenstein, im „Lichtengrund“ und rund um das Hochwasserrückhaltebecken unterwegs. Nachdem in den letzten Wochen die Wassergräben in der Gemarkung durch Bagger gereinigt worden waren, kamen hier vor allem entsorgte Glasflaschen zum Vorschein.


Die Fußballer des FC säuberten die gesamten Sportanlagen und vor allem ihre Umgebung. KJG und die Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes waren bei der Obstanlage und am Radweg Richtung Östringen auf Müllsuche Sie waren zum Teil verwundert, wie viel Alkohol in freier Natur konsumiert und wie viel Leergut gleich an Ort und Stelle entsorgt wird. Nach dem Ausfall seiner Feuerwehr hatte Bürgermeisterstellvertreter Ewald Engelbert für Rettigheim „kleine, aber sehr effiziente Gruppen“ zusammengestellt und für sie drei Routen ausgesucht: Gruppe 1 beackerte die Straße nach Östringen, den Klettenberg mit Sportplatz, die Gegend um die Kapelle und den „Rotschlag“. Die Gruppe 2 war entlang des Tonabfuhrwegs, an der Malscher Straße und beim Dorfplatz unterwegs. Die dritte Gruppe arbeitete sich nordostwärts durch die Rotenberger- und Mühlhäuser-Straße zur Kleingartenanlage am Lückenbusch vor. Gewundert hat man sich über so manche sperrige Güter am Wegrand. An der Aktion beteiligt waren der Heimatverein, einige Privatpersonen und Vertreter aus der Kommunalpolitik. Ortsvorsteher Rüdiger Egenlauf aus Tairnbach freute sich über das Engagement seiner Tairnbacher, des Heimatvereins, der Narreninitiative, des Sängerbunds, des Ortschaftsrats und des Asylkreises. Erfreulich viele Kindern waren aktiv beim Sammeln von Unrat beteiligt, um frühzeitig  den Gedanken des Umweltschutzes zu verinnerlichen.


Nach drei Stunden intensiver, teils sehr schmutziger Arbeit, trafen alle Gruppen am neuen Bauhof in Mühlhausen ein und präsentierten ihre gefundenen „Schätze“, die anschließend zur Entsorgung in bereitgestellte Container getrennt wurden. Es war kaum zu glauben, was die Helferinnen und Helfer bei ihrer Putzaktion alles an den unmöglichsten Stellen gefunden hatten: Steine, Ziegel, das Edelstahlgerüst eines Grills, Metallschrott, Plastikkinderspielzeug, Autoreifen, Radkappen, Haushaltsmüll, Zigarettenschachteln, Zahnbürsten, Kühlaggregate, Dämmmaterial, Möbelteile, Bauschutt, Fahrradschläuche, Gartenzäune samt Pfosten, Liegestühle, Fließen, Töpfe, Hausrat, Teppiche, Unterwäsche. Dazu kam eine ganze Menge an Plastik in allen Variationen, Stoffe, die nur ganz schwer verrotten. Die Rote Karte gebührt sicher einem Umweltsünder, der seinen Haushalt aufgelöst und komplett in der Flur entsorgt hatte. Vor allem aber zeigte man sich erfreut, dass nun die meisten „Altlasten“ auf der Gemarkung verschwunden sind.


Manche dieser Unratsstücke sind, das merkten die Sammlerinnen und Sammler bald, sicher aus Versehen in der Natur oder am Wegrand gelandet. Bei vielen Dingen wie Zigarettenschachteln, Vesperpapier, Dosen, Flaschen, Plastiktüten geschieht das leider in vollem Bewusstsein. In großen Mengen wanderten so leere Schnaps- und Bierflaschen, Blechdosen, Tetra Paks, Papierschnitzel und „andere abenteuerliche Dinge“ in die Müllsäcke, die auf Anhängern mit Traktor anschließend eingesammelt und getrennt entsorgt wurden. Besonders eklig fanden die fleißigen Helferinnen und Helfer, was sie entlang der Gassi-Strecken der Hundehalter trotz aufgestellter Entsorgungsbehälter alles fanden. Für die Teilnehmer war die Aktion eine beeindruckende Erfahrung, die nachhaltigen Eindruck hinterlässt – und vielleicht sogar den Wunsch, es in Zukunft besser zu machen.


Bürgermeister Jens Spanberger lud alle fleißigen Teilnehmer*innen im neuen Bauhof zu einem zünftigen Vesper mit Gulaschsuppe ein und sagte nochmals ein „Großes Dankeschön“ an alle Sammler. Er würdigte den  Einsatz jedes Einzelnen, der durch sein Engagement mit dazu beigetragen habe, das Bewusstsein für Sauberkeit zu stärken und die Gemeinde noch attraktiver zu machen für Einwohner und Besucher. Wichtigstes Ziel der Putzaktion sei es, ein Bewusstsein für die Vermeidung von Abfall zu schaffen. Das sei gut für die Umwelt und für ein gepflegtes Dorfbild. An die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde appellierte der Bürgermeister, den Frühjahrsputz auf der Gemarkung nicht als einmalige Aktion verpuffen zu lassen: „Wir wollen die Bürgerinnen und Bürger in der Gemeinde dafür sensibilisieren, sich das ganze Jahr über an die Regeln des Umweltschutzes zu halten“. 

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