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Bürger packen bei der Ortssanierung kräftig an Bürgerversammlung in Mühlhausen - Privatpersonen haben für Modernisierungsmaßnahmen seit 2010 bereits 2,4 Millionen investiert Mühlhausen.

Das Landessanierungsprogramm im Mühlhausener Ortskern ist bereits jetzt eine Erfolggeschichte, obwohl es noch mindestens bis 2018 läuft. Die jüngst bewilligte Aufstockung des Förderrahmens von 1,1 auf zwei Millionen Euro bestätigt das und macht Hoffnung, dass eine weitere Aufstockung und die Verlängerung des Projekts um einige Jahre möglich wird.

„Unsere Ortsmitte wird schöner“: Bürgermeister Jens Spanberger und Projektleiterin Léonie Keil von der Firma STEG, die die städtebauliche Entwicklung im Sanierungsgebiet begleitet, gingen in der Bürgerversammlung,  die zur Freude Spanbergers gut besucht war, intensiv auf die Ortssanierung ein. Der Bürgermeister warb bei den Anwesenden für eine weiterhin so rege Beteiligung an den Sanierungen: „Hoffen wir, dass in unserem Bauamt die Telefone heiß laufen.“ Stand Juli wurden bereits über 960 000 Euro an Fördergeldern ausgeschüttet. Die kommunalen Investitionen beliefen sich bisher auf gut 588 000 Euro. 60 Prozent trägt dabei immer das Land, die Gemeinde den Rest – bisher also sind es rund 260 000 und beim aktuellen Förderrahmen von zwei Millionen kommt ein Eigenanteil von mindestens 800 000 Euro zusammen. Acht bis maximal 15 Jahre läuft ein Landessanierungsprogramm, eine Fortführung bis 2020 oder sogar 2022, laut Léonie Keil wünschenswert, ist also nicht ausgeschlossen: „Wir haben gute Argumente.“ Seit 2010 ist nämlich nicht nur die Gemeinde selbst mit weitreichenden Aufwertungs-Maßnahmen im über elf Hektar großen Gebiet aktiv. Private Modernisierungsmaßnahmen werden in bemerkenswertem Umfang angegangen, Aus- und Umbau, Abriss, Neugestaltung, Verbesserungen der Energiebilanz, Füllen von Leerständen und vieles mehr, das nicht zuletzt auch dem Ortsbild zugutekommt. Bisher haben sechs Eigentümer Gebäude abreißen lassen oder sind gerade dabei, insgesamt 22 Bürger lassen ihre Gebäude sanieren. Sie nutzen dabei die „großzügigen Fördermittel“ (Spanberger) von fast 690 000 Euro und investierten insgesamt laut Léonie Keil erstaunliche 2,4 Millionen Euro. Am aufwendigsten dabei war die Rundum-Sanierung eines historisch wertvollen Gebäudes durch einen Privatmann für rund 325 000 Euro.

Léonie Keil ging intensiv auf die Bedingungen für die Aufnahme ins Sanierungsprogramm ein und erläuterte, dass sie „für eine maßgeschneiderte Lösung“ selbst zu den interessierten Bürgern nach Hause kommt. Ein besonderes Augenmerk wird auf den Abriss unansehnlicher oder ortsuntypischer Gebäude und die Umnutzung leerer Grundstücke – etwa für Wohnbebauung oder auch als Garten – gelegt.

Schließlich, und das erläuterte anschließend Karl Haag vom zuständigen Planungsbüro Wick + Partner, das den städtebaulichen Wettbewerb gewann, geht es nun auch um die Steigerung von Wohn- und Aufenthaltsqualität im Ortskern, entlang der Hauptstraße und am Waldangelbach. Haag erläuterte die optische Kennzeichnung der Ortsmitte durch große Bäume an den „Portalen“ und besonderes Pflaster, außerdem zeigte er anhand von Beispielen aus anderen Orten die geplanten Bepflanzungen, Querungen, Straßenverengungen oder Parkmöglichkeiten. Anschließend nannte Haag Ideen für weitere betreute Seniorenwohnungen oder auf junge Familien zugeschnittene Wohneinheiten. Er ging auch auf Pläne für eine attraktive Platzgestaltung zwischen Rathaus und Kirche ein, unter anderem mit Sitzgelegenheiten und Spielgeräten.

Zusammen mit Jens Spanberger erläuterte Karl Haag die Hochwasserschutzmaßnahmen näher. Sie erfolgen zwischen Oberer und Unterer Mühle unter der Ägide des Wieslocher Abwasser- und Hochwasserschutzverbands. Dabei werden die Ufer neu geformt, unter anderem mit Raum für einen Wasserspielplatz. „Bestes Beispiel sind die Rauenberger Märzwiesen“, weckte Spanberger Zuversicht auf eine attraktive Bachgestaltung. Man rechne gemeinsam mit Kosten von 1,6 Millionen Euro, vom Land erwarte man Fördermittel von mindestens 70 Prozent.

Wick + Partner ist auch für den zweiten und dritten Bauabschnitt der Hauptstraße zuständig, die wenn möglich bis Ende 2018, also noch im Rahmen des Landessanierungsprogramms, abgeschlossen sein sollen. Karl Haag forderte die Bürger auf, weitere Ideen einzubringen: „Sie haben unsere Offenheit erlebt, wir nehmen gerne Ihre Anregungen auf.“ Spanberger lobte die Mitarbeit der Bürgerschaft insbesondere in den „sehr erfolgreich“ tätigen Arbeitskreisen zu verschiedenen Aspekten der Umgestaltung. „Viele Ideen sind schon in die Planungen eingeflossen.“ Die Hauptstraße muss voraussichtlich ab 27. Juli, also während der Sommerferien, für einige Wochen voll gesperrt werden wegen Arbeiten an Wasserversorgungsleitungen, so Spanberger. Im Frühjahr 2016 könnten die Arbeiten am ersten Bauabschnitt der Hauptstraße beendet sein. Auf die Fragen der Bürger erläuterte der Bürgermeister, dass man sich bis auf Weiteres der Hauptstraße widme und die Fördermittel nutze, Gemeinderat und Verwaltung seien sich aber wohl bewusst, dass auch andere Straßen sanierungsbedürftig seien. Auf Verkehrsgutachten verweisend, erklärte Spanberger, dass die Verkehrsbelastung von Nebenstrecken im Ort durch die umgestaltete Hauptstraße auf lange Sicht nicht steigen dürfte: Das sei nur momentan der Fall, wegen der Baumaßnahmen. Für mehr Tempokontrollen oder Geschwindigkeits-Anzeigetafeln in Wohnstraßen sei man offen.

Weitere Themen auf dieser Bürgerversammlung war der Ausbau des schnellen Internets sowie die Flüchtlingsversorgung und –unterbringung in der Gesamtgemeinde. Rektor Mathias Schmitz nutzte zudem die Gelegenheit und informierte die Anwesenden über die neue Gemeinschaftsschule in Mühlhausen.

Mit freundlicher Genehmigung der RNZ.

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