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Geschichte/Statistik

Jeder Ortsteil hat seine eigene Geschichte. Klicken Sie auf einen Ortsnamen, um mehr über die Geschichte zu erfahren.

    Geschichte der Gesamtgemeinde
Geschichte OT Mühlhausen
Geschichte OT Rettigheim
Geschichte OT Tairnbach
Statistik

Die aktuellen Daten über die Gemeinde Mühlhausen sind auf der Seite vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg abrufbar.


Geschichte von Mühlhausen

Mühlhausen im Herzen des (Wald)angelbachtals entstand bereits in der frühesten Ausbauperiode. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte zwar am 5. März 783 im Lorscher Codex, sie dürfte jedoch nicht mit dem Entstehungsjahr der Gemeinde gleichzusetzen sein. So geben die in vergangenen Jahrzehnten ans Tageslicht beförderten Gegenstände Zeugnis einer Ansiedlung von Menschen auf der Gemarkung (z.B. Hünen- oder Hunnengräber) weit vor der geschichtlichen Erwähnung. Das alte Siedlungszentrum selbst ist bei der Kirche zu suchen.

976 erhalten wir erneut Kunde von Mühlhausen aufgrund Übergabe der Abtei Mosbach mit den dazugehörenden 23 Ortschaften an den Bischof von Worms. Einige Jahre vor 1272 erwarb der Speyerer Bischof die Burg und die Siedlung Rotenberg nebst dem Dorf Mühlhausen. Von einer 340jährigen Unterbrechung abgesehen, blieb es bei dieser Obrigkeit bis zur Auflösung des Hochstiftes Speyer im Jahre 1803.

An diese fürstbischöfliche Zeit erinnern hier außer dem spätgotischen Kirchturm der Pfarrkirche (um 1450, heute Wahrzeichen) die beiden Mühlen, die 1576 erbaute herrschaftliche Kelter, das Jägerhaus von 1746 und zahlreiche Bildstöcke und Kreuze.

Frondienste waren auch in Mühlhausen üblich, ebenso wie die Ablieferung des zehnten Teils. Der Aufstand der unterdrückten Bauern 1525 mußte nach dessen Zusammenbruch mit einem Blutzoll "bezahlt" werden.

Viel schlimmer kam es aber im 30jährigen Krieg. Dieser muß zu den größten Katastrophen gezählt werden. Es waren aber nicht einmal die eigentlichen Kriegshandlungen, sondern vielmehr verursachten Krankheiten, Seuchen, Hungersnöte die schlimmsten Verheerungen. Von über 300 auf 97 Einwohner sank dadurch die Bevölkerungszahl. Im Jahr 1919 verschüttete ein Erdrutsch mehrere Wohnhäuser am Fuße des Steilhanges an der Unteren Mühlstraße. 1984 wurde ein sogenanntes Regenrückhaltebecken eingeweiht, um eine Überflutung des Ortes, wie immer wieder in der Vergangenheit geschehen, zu vermeiden.

Kirche aus Mühausen Der Ortsname selbst ist nur unschwer zu deuten. Aus ihm geht hervor, daß das Dorf aus einer Mühlenansiedlung entstand, welche offenbar in diesem Teil mehrfach vorkamen. Die Schreibweise selbst hat in den Jahrhunderten häufig gewechselt und zwar ausgehend von "Mulnhusen". Auch das Gemeindesiegel weist mit seinem "Mühlrad" darauf hin.

Über die Jahrhunderte hindurch dominierte in der Gemeinde die Landwirtschaft, wobei auch recht früh Rebenanbau betrieben wurde. Die Rebfläche beträgt heute 30 ha, davon 16 ha in den Rebflurbereinigungsgebieten "Heiligenstein" und "Lichtengrund". Neben dem Getreideanbau waren auch noch Sonderkulturen wie Tabak- und Hopfenanbau verbreitet. Einen starken Aufschwung erlebte um die Jahrhundertwende die Zigarrenindustrie, von der heute nichts mehr geblieben ist, während deren Blütezeit in den Zwanziger Jahren jedoch die Hälfte der Bevölkerung Arbeit und Brot fand.

Mehr Informationen im Heimatbuch Mühlhausen